Hohe Tauern

Mittelschwere Bergwanderungen im Nationalpark Hohe Tauern

Eisbedeckte Dreitausender, idyllische Täler und vom touristischen Rummel bislang verschonte Ecken: Sechs Bergsteigerinnen des DAV Altdorf erkundeten im Juli den südlichen Teil des Nationalparks Hohe Tauern.

Osttirol wurde erst spät touristisch erschlossen. Vor der Öffnung des Felbertauerntunnels im Jahr 1967 fanden nur wenige Reisende den Weg über die Hohen Tauern. Bis heute fehlen große Skigebiete und Bettenburgen. Was lange Zeit für die Region wirtschaftlich schwierig war, erweist sich heute als Segen: Gäste aus ganz Europa kommen gerade wegen der ursprünglichen Natur und den gastfreundlichen Orten am Fuße von Großglockner und Großvenediger.

Gleich die erste Etappe der viertägigen Tour des DAV Altdorf führte in eines der schönsten Täler der Region:
Vom Gschlösstal bietet sich ein Traumblick auf den Großvenediger (3674 m) – sogar aus den gemütlichen Zimmern im Venedigerhaus sieht man den eisbedeckten Gipfel. Auf dem Gletscherlehrpfad des Nationalparks kommt man den Eismassen des Dreitausenders ganz nah: Mit etwas Mut und einer kleinen Klettereinlage erreicht man sogar die Spitze der Gletscherzunge des Schlatenkees. Wesentlich idyllischer und leichter zu erreichen sind der auf 2137 Metern Höhe gelegenen Salzbodensee und der Mini-See „Auge Gottes“, in dessen Mitte eine Wollgrasinsel liegt.

Ebenso beeindruckend ist nach Einschätzung der Teilnehmerinnen ein Ausflug zu den Umbalfällen bei Hinterbichl: Der letzte freifließende Gletscherfluss der Alpen stürzt sich hier über hunderte Meter ins Tal. Ein Schaupfad mit Infotafeln und Plattformen, die weit in die Schlucht hineinragen, machen die Wanderung zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt gibt es im hinteren Dorfer Tal zu bestaunen. Vom Kalser Tauernhaus führt ein Steig durch üppige Blumenwiesen zum türkisblauen Dorfer See und dann zum Pass Kalser Tauern auf 2518 Metern. Von diesem Übergang hat man einen Blick auf die Stauseen und Skigebiete rund um das Berghotel Rudolfshütte. Schöner ist die Aussicht zurück ins Dorfer Tal und auf die Gipfel der Granatspitzgruppe. Und wer Glück hat und sich leise verhält, kommt ganz nah an eine Herde von rund 30 Steinböcken und unzählige Murmeltiere heran.