Zum Jubiläum in die Berge

Die DAV Sektion Altdorf feiert heuer mit mehreren Veranstaltungen ihr 50-jähriges Jubiläum. Den Anfang machte im Mai der Bergsteigerchor aus Trient-Gardolo mit einem Konzert in der Laurentiuskirche in Altdorf. Eine weitere Veranstaltung gab es jetzt in den Bergen in Südtirol.
50 Jahre Alpenverein Altdorf und 35 Jahre Freundschaft mit Vereinen in Wiesen wurden zum Anlass genommen ein langes Wochenende im Pfitschtal zu verbringen nach dem Motto „Zu Gast bei Freunden“.

Mit dem Bus fuhren 52 Mitglieder über den Brenner. In Gossensass erwartete schon ein Freund vom AVS (Alpenverein Südtirol) die Altdorfer. Bei Sonne und Wolken wanderte er mit einer großen Gruppe an der Burgruine Straßberg vorbei hoch zum Braunhof. Nach der Hälfte der Strecke wählte dann ein Teil der Gruppe den einfacheren Weg nach Sterzing. Die  zweite Gruppe fuhr von Gossensass noch mit dem Bus nach Sterzing und unternahm dort eine Stadtführung. Zusammen mit den abgestiegenen Wanderern fuhr man hoch zum Braunhof, um die andere Wanderer abzuholen. Es ging dann hinunter nach Wiesen ins Haus der Dorfgemeinschaft. Dort traf man die Teilnehmer der Bürgerinfofahrt und des Partnerschaftsvereins aus Altdorf, die das Jubiläum des Alpenvereins auch zum Anlass genommen haben die Partnergemeinde zu besuchen.

Die Gemeinde Pfitsch hatte sich mächtig ins Zeug gelegt um den Freunden aus Altdorf einen gebührenden Empfang zu bereiten. Die Musikkapelle und der Pfarrchor umrahmten die Grußworte der 1. Bürgermeister Dr. Stefan Gufler und Erich Odörfer, des 1. Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Peter Grimm und des stellvertretenden Vorsitzenden des Alpenvereins Dr. Volker Güther. Nach dem Überreichen von Gastgeschenken und Festschriften wurden die Altdorfer bei einem Stehimbiss mit Südtiroler Spezialitäten verwöhnt. Man hätte noch lange plaudern können, wenn nicht in den Hotels der beiden Reisegruppen das Abendessen gewartet hätte. Die DAV Gruppe war im Graushof in Afens untergebracht, wo seit Jahren auch immer die Skifahrer Quartier beziehen.

Wie zu befürchten hat das Wetter am zweiten Tag umgeschlagen. Tiefhängende Wolken und Regen machten Plan B notwendig, der neben einem eingeschränkten  Wanderprogramm am Rosskopf, dem Hausberg von Sterzing, eine Besichtigungstour ins Ridnauntal vorsah.
So brachte der Bus zuerst die Wanderer zur Talstation der Rosskopfbahn, bevor er ins Ridnauntal weiter fuhr.
Die Wanderer trotzten dem Wetter und fuhren unter Begleitung von AVS-Freunden mit der Seilbahn hoch. Eine Gruppe stieg dann auf den 2189 m hohen Rosskopf. Wenn auch die Aussicht nicht berauschend war, hat doch das Gipfelerlebnis überwogen. Die andere Gruppe wanderte über die Kastellacke zur Vallmingalm. Dort trafen dann etwas später auch die Gipfelstürmer ein. Bei Speis und Trank konnte man sich etwas trocknen und aufwärmen. Am Rückweg machte man noch kurz einen Einkehrschwung ins Sterzinger Haus, bevor man dann mit der Bahn wieder ins Tal fuhr.

Die Besichtigungstour im Ridnauntal startete im Bergbaumuseum Schneeberg. Man konnte sehen wie früher unter extremen Bedingungen Erze abgebaut wurden, die Königen, Fürsten und Bischöfen Ruhm, Macht und Reichtum brachten. Eine funktionstüchtige Aufbereitungsanlage, die Knappensiedlung, der Schaustollen und die weltweit längste Übertage-Förderanlage waren nur einige Höhepunkte. Zur Mittagseinkehr ging man in die Knappenstube.

Auf der Rückfahrt wurde noch Schloss Wolfsthurn in Mareit besichtigt. Es beherbergt das Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei. Die barocke Schlossanlage mit 365 Fenstern ist seit 1996 als Museum zugänglich. Neben der Ausstellung für Jagd und Fischerei erinnern die Prunkräume mit der originalen Einrichtung an das adelige Leben in früherer Zeit.

Abends gab es im Graushof zum Jubiläum einen Törgelleabend. Alles was die Südtiroler Küche bieten kann wurde aufgetischt. Die Hausherrin hat auch eine Viermannkapelle bestellt, die zum Tanz aufspielte. Das besondere an den Musikern war, dass 3 Kinder des verstorbenen Musikkapellmeisters Richard Bacher dabei waren, der 1982 mit dem Ehrenvorstand Konrad Holz vom Alpenverein die freundschaftlichen Kontakte mit Wiesen aufbaute.

Auch der dritte Tag (Sonntag) begann mit Regen. Der ökumenische Berggottesdienst, der auf der Festwiese in St. Jakob geplant war, musste in die Pfarrkirche St. Jakob verlegt werden. Die kleine Kirche war proppenvoll, waren doch auch die Teilnehmer der Bürgerinfofahrt und des Partnerschaftsvereins sowie Freunde vom AVS und vom Bergsteigerchor Trient-Gardolo gekommen. Der Gottesdienst wurde geleitet von den Pfarrern Ursula Kronenberg und Albert Börschlein aus Altdorf sowie Walter Prast aus Pfitsch. Die Musikkapelle Innerpfitsch und die Sänger aus Trient-Gardolo umrahmten den feierlichen Gottesdienst, der unter dem Motto „Berge bewegen Menschen“ stand. Schon beim ersten Lied des Chores „La Montanara“ wurde es vielen Gottesdienstbesuchern warm ums Herz. Im Rahmen der Fürbitten wurde auch an die in den letzten 50 Jahren verstorbenen Mitglieder und Freunde des Alpenvereins gedacht. Nach dem Gottesdienst, aber noch in der Kirche, gratulierte Willi Eisendle im Namen des AVS Ortsstelle Pfitsch dem Alpenverein zu seinem 50-jährigen Jubiläum und überreichte dem Vorsitzenden Uli Reichert einen 16 cm hohen Bergkristall. Sein Grußwort endete mit dem Spruch „Menschen, die auf Bergen wandern, verknüpft ein unsichtbares Band, und es fühlt einer mit dem andern, im Herzen sind sie nah verwandt“.

Von der Kirche aus ging es dann mit den Pfitscher Freunden und den Sängern mit ihren Frauen in das Sporthaus Grube, wo im großen Saal ein Büffet mit einer Südtiroler Brotzeit angerichtet war. Man lies es sich schmecken und genoss die guten Südtiroler Weine. Zum Abschied sang der Chor „ Mus i denn zum Städele hinaus“, die Wolken rissen auf und die Pfitscher Berge kamen zum Vorschein.

Nicht nur das Bergwochenende, sondern auch die Heimfahrt, wird allen in guter Erinnerung bleiben, gab es im Bus doch noch eine ökumenische Schnapsprobe.

Die 3 Tage in Südtirol waren ein echter Höhepunkt des 50-jährigen Jubiläums der DAV Sektion Altdorf. Im November folgt dann noch ein Dankeschönabend, zu dem alle Mitarbeiter, die in den 50 Jahren für den Verein tätig waren, eingeladen sind.

Uli Reichert