Sportklettergruppe

Sportkletter Rückblick

Tessin-Klettern

Tessin-Klettern/Ponte Brolla vom 1.4. - 8.4.2017

- Die Redaktion des DAV-Mitteilungsheftes fragt nach -

Red.:
Es gab es auch dieses Jahr einen Kletterauftakt in der Schweiz?

Reinhard:
Diese Traditionstour an den Platten des Ponte Brolla gehört bereits zum festen Programm der Sportklettergruppe. So war es auch dieses Jahr ein toller Kletterstart in die Outdoor-Saison, quasi ein reibungsloser Vorlauf (Verlauf?) auf Reibungsplatten.

Red.:
Wie darf man sich diesmal eine DAV-gemäße Unterbringung vorstellen?

Barbara:
Um es mit wenigen Worten zu sagen: durchaus ungewöhnlich und exklusiv, kurz und gut –ein Quartier in einer Kunstvilla in Ronco s/Ascona mit offenem Kamin, Terrassen und Panoramablick  über dem Lago Maggiore.

Red.:
Hat man da überhaupt Lust auf Kletteranstrengungen?

Matthias.:
Eigentlich nicht, aber das Wetter war einfach genial, der Fels staubtrocken und die Kameraden brandheiß auf Wandkontakt.

Also ging es täglich ab 10 Uhr voll zur Sache bis die Sohle abplatzte. Der WarmUp der ersten beiden Tage, um sich an die lokalen 5c-Schwierigkeiten zu gewöhnen, fand an den Placche di Tegna statt.

Red.:
Sind denn die Kurzrouten der schweizer Schweiz mit denen der fränkischen Schweiz vergleichbar?

Wolfgang:
Die Unterschiede sind beachtlich! Im Tessin sind die Hände fast überflüssig und werden lediglich zum Clippen der erfreulich eng gesetzten Bohrhaken benötigt. Der Rest ist Körpergefühl und reine Beinarbeit: Fuß setzen, treten, Druck. - Wie in der Formel 1, die Slicks entscheiden!

Rolf:
Als Dresdner würde ich auch wenig Ähnlichkeit zur sächsischen Schweiz erkennen – Kamine und Risse sind einfach nicht vorhanden.

Red.:
Also ein eher sprödes ödes Gelände?

Gerhard:
Im Gegenteil, Plaisirklettern vom Feinsten. Die exzellente Aussicherung der Routen lädt ein zur Optimierung der Fußtechnik, zum “Tango vertikale“. Und die Standplätze bieten Sonnenlage und atemberaubende Aussichten!

Red.:
Es war demnach eine vergnügliche, wenn auch sportliche Urlaubskletterei?

Reinhard (Coach):
Auf jeden Fall. - Wir hatten von vornherein ein klares Trainingskonzept mit stets steigenden Herausforderungen. Und das ging los mit dem täglichen Frühstückslauf über 200 Hm und 880 Stufen, beinhaltete dann das geplante Tageskletterpensum und lief aus mit After-Work-Refreshing, Abend-Briefing und spez. Regenerationsmodalitäten.

All das führte binnen 6 Tagen zu hervorragenden Fortschritten in Kraft, Technik und Selbstvertrauen.

Matthias:
Die 14 Seillängen am M. Speroni im 5er-Schwierigkeitsgrad waren so ein lockeres Kinderspiel. Die Teams, im Überschlag kletternd, harmonierten toll und flüssig. Kleinere Ungereimtheiten wurden mit Bravour binnen Stundenfrist entfädelt.

In Arcegno, dem Kletterbiotop der Einheimischen, einer Parklandschaft, tastete sich jeder von uns zwei Tage lang in Einseillängen an seine persönliche Limit-Line heran.

Red.:
Sportkonzept - bezog sich das auch auf die Ernährung?

Barbara:
Ein ausgewogener Speiseplan war selbstverständliche Basis: heimische Kost, isotonische Getränke, Schweizer Käse, italienische Nudeln, spanischer Wein sorgten für internationale Abwechslung, Wohlbefinden und Vitalität. Der Teamgeist war auch in der Küche beim Zubereiten stets spürbar.

Red.:
Seht ihr den Aufwand einer so weiten Anfahrt in ein kostspieliges Land als gerechtfertigt an?

Rolf:
Klar, die Autobahnpickerl fuchsen etwas! Aber die Fahrt verlief hin und retour rasch und flüssig. Und die Bildung von zwei Fahrgemeinschaften war effektiv. Die Zeitplanung in der Vorsaison war ideal: noch kein Ferientourismus, kein Wandstau und entspannte, freundliche Menschen vor Ort.

Wolfgang:
Im Resümee’ eine tolle Tour. Sehr empfehlenswert.  Und speziellen Dank an Barbara und Reinhard für Organisation  und Leitung.

Red.:
Wir danken für das Gespräch.

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