Kletterauftakt in Ponte Brolla, Plattenklettern

Kurs: Mehrseillängenklettern im Maggiatal / Tessin,

Sa., 07.04. – Sa., 14.04.2018
Kletterer des DAV Altdorf brachten Farbe an die Platten und in das düstere Wetter

Früh morgens und in aller Frische starteten wir in zwei Dreiergruppen mit guter Laune und Sonnenschein Richtung italienische Schweiz. Der Frühling  in Deutschland zeigte sich von seiner schönsten Seite. Beim Durchqueren der Schweizer Alpen lag noch einiges an Schnee, woraufhin Barbara sich während unserer kleinen Cappuccino-Pause wieder mal versicherte, dass jeder von uns  die Schneeschuhe für den Zustieg zum Fels eingepackt hatte.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann den Lago Maggiore und unser wunderschönes Ferienhäuschen in Ronco Ascona mit unbezahlbarem Ausblick auf den See und die Berge. Für „Speis und Trank“ war Dank der guten Organisation schon gesorgt, so dass wir in geselliger Runde den Abend genießen konnten.

Die Wetteraussichten für den Sonntag waren perfekt. Als Wermutstropfen sollte der Rest der Woche entgegen aller Wünsche  eher durchwachsen bis dauerfeucht und kühl sein… Aber sooooo leicht haben wir uns davon nicht unterkriegen lassen. Euphorisiert von der Aussicht die „Draußen-Klettersaison“ zu starten, brachen wir nach einem „Subba Frühstück“ direkt auf und fuhren ins nahe gelegene Tegna. Beste südliche Ausrichtung, gute Sicht und…. Plattenklettern.

Für Heike und Lisa war`s eine sehr neue Erfahrung, aber mit dem genialen Aufwärm- Programm von Reinhard, erstaunlich gut machbar. Nach kurzer Gewöhnungsphase durften sie sogleich „Kletterlatein“ und „Knoten-Theorie“ in die Praxis umsetzen. Rolf und Herbert stiegen daneben ein und waren „schwuppdiwupp“ auf vier, fünf Mehrseillängen unterwegs zum Gipfel. Gegen Nachmittag rauchten den beiden Neulingen ziemlich die Köpfchen. Barbara, welche die „Rauchzeichen“ sehr gut zu deuten wusste, nahm sie zur Seite vertiefte gaaaanz in Ruhe und etwas Abseits das Gelehrte. Die Jungs (Reinhard, Herbert und Rolf) nutzten die verbleibende Zeit, um sich noch mal richtig „auszutoben“ und rissen noch ein paar Mehrseillängen. So waren wir am Abend alle glücklich und ausgelastet, vereint in unserer wundervollen Unterkunft. Einige solcher Abende in unterhaltsamer Runde, liebevoll zubereitetem Essen, gutem Wein und Grappa sollten noch folgen.

Der Montag zeigte sich tatsächlich sehr grau und kalt. Er zeigte sich mit Dauerregen in all seinen unterschiedlichen Erscheinungsarten. Aber egal, „wenn alles grau ist, muss man`s halt a weng bunt machen!“ In fröhlich-farbiger Regenbekleidung wanderten wir im lieblichen, regenverhangenen Maggiatal in mediterraner Flora und Fauna.

Der Dienstag war dann… naja, auch nicht viel besser. Um nicht komplett einzurosten, fuhren wir in`s „Alpha-Boulder“. Für Herbert und Heike, eine bisher unbekannte Erfahrung . Die beiden boulderten jedoch sofort los, als hätten sie nie was anderes gemacht. Wir hatten alle sehr viel Spaß und der Muskelkater danach war Zeuge.

Mittwoch: Endlich wieder Sonne!! Oder zumindest, kein Regen!!! Diese Gelegenheit ausnutzend fuhren wir mit unseren PKW`s wieder Richtung Tegno.  Wir hatten geplant, am Castelliere weiter in das Mehrseillängen-Universum einsteigen. Am Fels, so gut wie trocken und schön griffig, teilten wir uns in Zweier-Seilschaften. Wir kletterten zwei Mehrseillängen nacheinander, übten Abseilen in allen Varianten und Möglichkeiten. Auch ungewollte Verknotungen im Seil inkl. wieder Ordnung reinbringen, sowie „Abrutschtraining“ in Zusammenhang mit den physikalischen Gesetzen gehörten zum Tagesprogramm. Wir Mädels ließen es dort noch gemütlich ausklingen und die Jungs gingen noch für ein paar 5+ / 7- (UIAA) Routen um`s Eck an den Ostsektor.

Donnerstag gab`s dann  wegen Dauerregen „Theorie im Treppenhaus“ und Knotenkunde für „besondere Situationen“. Diese war sehr lehrreich und führte, auch dank unserer aller grandiosen schauspielerischen Leistungen, zu den Gipfeln des (Un-) Möglichen.

Barbara als Felsnase auf der Treppe, Reinhard in luftiger Höhe am Gipfelkreuz im ersten Stock. Heike und Lisa als tapfere, allen Widerständen der Natur strotzenden Vorsteigerinnen und  im Souterrain, mit fliegendem Wechsel. Mit überraschendem Sonnenschein am Nachmittag auf der Terrasse gab`s dann zur Krönung noch „Prusiken am Balken mit Reepschnürli und Schlingen“. Auch ne tolle Art die Aussicht auf den See zu genießen. Nach dieser verdienten, harten Tour, genossen wir das Menue (einheimische Küche)  im malerischen „Grotto du Rii“ .

Freitag. Zur Mittagszeit war das Wetter annehmbar – kein Regen – es wurde heller.
In Castelliere kletterten die Neulinge mit Reinhard und Barbara los – 3 Mehrseillängen. Lisa und Heike schafften den Vorstieg auch in schwierigem Gelände.    -  Jedoch  -  um ca. 15. Uhr  nahten, sehr schnell Regenwolken. Folge: Abbruch der Kletterei - Kaffee trinken und Kuchen essen, in der Cafeteria an der Schlucht.
Lisa, Barbara und Reinhard ließen es sich  das Anbaden bei 8 Grad Wassertemperatur nicht nehmen, und sprangen in das „Kühle Nass“.
Abends wurde das „3-Gänge Abschiedsmenue“ zubereitet, die Seile, Schuhe und dgl. getrocknet. Es halfen wieder alle mit. Wir waren ein „Super-Team“.

Samstag. Frühstücken, Koffer packen, Unterkunft reinigen, Abfall entsorgen und    -   Abschied nehmen.
Es war nicht zu glauben, die Sonne lachte und wärmte.

Und des End von der Geschicht:           Bunt trotz Regen schadet nicht.

Lisa Brockmann, Heike Bäumler