Skitour in Osttirol

Auf Skitour in Osttirol (01.03. - 04.03.2019)

Eine Gruppe von 14 Skitourengehern der DAV Sektion Altdorf im Alter von 19 bis 66 Jahren machte sich am verlängerten Faschingswochenende auf in die Osttiroler Alpen.

Am ersten Tag ging es bei durchwachsenem Wetter vom Lucknerhaus aus gut 800 Höhenmeter hinauf zur Stüdlhütte, die zur Enttäuschung aller geschlossen hatte. Die Abfahrt erwies sich im oberen Tal als griffig, im unteren Teil als sehr harschig und abgefahren. Bei der Rast in geselliger Runde im Lucknerhaus ließ man das Erlebte Revue passieren.

Tags darauf stiegen die fünf Frauen und neun Männer bei herrlichem Sonnenschein vom Stallersattel durch kupiertes Gelände hinauf zur Roten Wand (2818 m). Auf die gleiche Idee kamen auch etliche andere Skitourengeher, so dass es auf dem Gipfel etwas eng zuging. Dies schmälerte allerdings nicht den Genuss der grandiosen Aussicht auf die Dolomitenkette mit den Drei Zinnen. Bei der Abfahrt wechselten kurze Pulverschneerinnen mit harschigem, windverpresstem Gelände – ein kleiner Wermutstropfen für die begeisterten Abfahrer.

Am Sonntag bestieg man bei Kaiserwetter den weißen Knott (2864 m) durch herrliche, weitläufige Winterlandschaft. Vom Gipfel, den die Gruppe dieses Mal für sich allein hatte, war der Gipfel des Großglockners (3798 m) zum Greifen nah, ebenso die Schobergruppe mit dem markanten Bösem Weibl (3121 m). Beim Abfahren teilte sich die Gruppe. Vier Männer fuhren Richtung Heiligblut durch fluffigen Pulverschnee ab, mussten jedoch wieder auffellen und etwa hundert Höhenmeter aufsteigen, die anderen Teilnehmer genossen die Abfahrt im aufgefirnten Schnee im Sonnenschein. Bei der gemeinsamen Einkehr im Lucknerhaus tauschte man die Erlebnisse aus.

Am letzten Tag starteten die verbleibenden Teilnehmer vom Südportal des Felbertauerntunnels aus zur Amertaler Höhe. Beeindruckende Landschaftsbilder beim 1300 Höhenmeter langen Aufstieg durch ungespurtes Gelände und dazu immer wieder der Blick zum Großvenediger machten diese Tour zu etwas Besonderem. 20 Höhenmeter unterhalb des Gipfels setzte jedoch so starker Sturm ein, dass Stöcke, Felle und alles andere festgehalten werden musste, damit es nicht davonflog. Schnell ging es zurück ins Tal und im warmen Auto zurück nach Hause.

Das Resumee der Teilnehmer lautete: obwohl das Skitourengehen einen Boom erlebt, findet man in manchen Gegenden noch genügend einsame und wenig begangene Touren, bei denen man der Natur ganz nah ist.

Text: Gisela Schuster
Bilder: Wolfgang Wening