Bergradgruppe

Bergrad Rückblick

WestAlpenX Aosta

Die sonst eher in heimischen Gefilden aktive Bergradgruppe bietet als Tapetenwechsel auch Alpentouren incl. einer jährlichen extremen WestalpenTour an.
Diesmal war die norditalienische Provinz Aosta dran, ein einsamer Flecken zwischen den 4000ern von Mt. Blanc, Monte Rosa und Gran Paradiso. Dort finden sich im kaum erschlossenen Hochgebirge zahlreiche Ex-Militäpisten aus dem Grande Guerra wie die Einheimischen den 1. Weltkrieg nennen. Diese bieten bergerfahrenen Mountainbikern fahrbare Zugänge zu hohen Pässen und Gipfeln bis über die 3000 m Marke, wobei ganz oben mit Steigung und Witterungseinflüssen auch die Tragepassagen zunehmen. Um von dort noch passable Abfahrten zu finden, braucht es Kartenkunde und Web-Erfahrungsberichte, um die Mountainbikes noch artgerecht bewegen zu können.
Geplant und organisiert wurde die Tour wie immer gemeinschaftlich und damit an die Vorlieben und Fähigkeiten der Teilnehmenden angepasst. Mit Blick auf den CO2-Fussabdruck wurde eine Dauer von einer Woche in einfachen Unterkünften und die Anreise mit einem Auto für 5 Teilnehmer incl. MTBs gewählt. Leider ließ sich das diesmal krankheits-, termin- und belegungsbedingt nicht ganz umsetzen.
Am ersten Tag wurden gleich 2 Touren von la Thuile (1400m) aus angegangen, einem noch recht ursprünglichen kleinen Skifahrerdorf. Erst Einrollen auf Asphalt, dann grüßend an Wandertouristen vorbei und schließlich völlig einsam auf glatten Singletrails zum Colle della Croce (2400m). Der Blick ging zum nahen und wolkenlosen Mt. Blanc – mit überragender doppelter Höhe. Dass der Trail abwärts durch Felsen und Bergwald fahrbar ist, konnte man sich am Vorabend beim Blick nach oben kaum vorstellen. Aber tapfere Wegebauer legten und pflegten Serpentinenwege und die Dämpfer der Fullies bügeln die verbliebenen Steine und Stufen weitgehend weg –unfahrbare Stellen wurden rechtzeitig erkannt und nach hinten(!) abgestiegen.
Nach dieser Vormittags-Traumtour gab es in La Thuile Vesper bzw. Espresso. Inzwischen waren die Temperaturen weit über die 30°-Marke gestiegen und die verbleibenden 1200 Hm auf einsamen und endlosen Hochgebirgspisten wurden zur Hitzeschlacht. Da nicht alle voll gesund waren, übernahmen die Kameraden dessen Rucksack und so kamen alle radelnd am Col de Chavannes auf 2600m an und konnten sich über das Val Veny hinweg an der Mt. Blanc – Kette mit seinen zahlreichen geschrumpften Gletschern sattsehen.
Nach kurzem, aber knackigem Hochgebirgstrail, gab es dann endlich Erfrischung in den Gletscherabflüssen und später auf der Sonnenterasse der malerisch gelegenen Elisabtetta-Hütte.
Die Nacht im dreistöckigen Matratzenlager war allerdings weniger malerisch, sondern unruhig und kurz, und der anschließende Frühstücks-Zwieback zum Tässchen Pulverkaffee war nur eine schwache Starthilfe für den längsten Tourentag. Der führte über eine Tragepassage zum Balkon de Veny und weiter auf nebelbedingt einsamen Trails zum Skigebiet Courmayeur und weiter bis ins Aosta-Tal (700m) , bevor es dann über den kleinen Mt. Blanc (2200m) zum nächsten Quartier im Valsaverenche ging. Zuvor offenbarte eine wackelnde Schwingenachse, dass auch robuste MTB-Technik an Grenzen kommen kann. Glücklicherweise fand sich in Aosta eine Bike-Werkstatt, die das kompetent, kostengünstig und innerhalb eines Tages austauschen konnte.
Das Abendessen füllte die Depots wieder vollständig und am nächsten Tag konnte gemeinsam mit dem Col Lauson der höchste fahrbare Pass der Alpen mit knapp 3300m bei Traumwetter angegangen werden.
Dass fahrbar nicht auch überall-fahrbar bedeutet, zeigte sich bereits auf den ersten Metern, wo nasse Felsblöcke die Radler zu Wanderern machte. Die folgenden Serpentinen im Wald waren unschwierig, aber nur unter Einsatz (endlicher) Kraftreserven fahrbar, was nicht alle bei dem 1700 Höhenmeter-Trailanstieg riskieren wollten. Nach dem Waldbereich markierte eine verlassene Alm mit Wasserstelle den Beginn eines gut fahrbaren Hochtals mit anschließenden Aufschwüngen über unzählige flache Serpentinen im Hochgebirgsgelände. Traumhafte Ausblicke auf die nahen Gletscher im französischen Grenzgebiet wechselten mit sorgenvollen Blicken nach oben auf der Suche nach einer Scharte im steil aufragendem Blockgestein zwischen dem Kamm über Herbetet zum Gran Paradiso (4061m) und links zum nur minder niedrigen Grivola. Ein kaum sichtbarer Steilpfad beendete die Fahrpassage und deshalb wurden die MTBs auf den letzten 300 Hm entweder in der Tragehilfe eingehängt oder im „Gamstragegriff“ auf den Rucksäcken geschultert.
Der Col Lauson war diesmal nach einem schneearmen Winter komplett schneefrei und der schmale Trail schlängelte sich gut sichtbar abwärts durch teilweise seilversicherte Felsabstürze und Geröllfelder. Unzählige Serpentinen wechselten mit flott fahrbaren Pfaden bis im Almgelände vom Rigugio Vittorio Sella, wo bei Cappuccino endlich wieder die Sitzposition eingenommen und durchgeatmet werden konnte.  
Erholung war sowohl mental als auch physisch nötig, da weitere 1000 Hm auf immer wieder verblockten Wegen mit Folgen von hohen Felsstufen und senkrecht als Wasserableiter aufgestellten Granitplatten in Kettenblatthöhe zu meistern waren: fortwährend individuelle Fahrsituationen, die im Fahren entschieden und ggf. abgebrochen werden mussten – ein Sturz war in dem Gelände keine Option.
In Valnontey war der Ritt geschafft, eine einfache Schotterpiste führte nach Cogne. Dort wurden nach Check-In und Duschbad dann bei regionalem Vino und Pizza die unzähligen Eindrücke und Situationen ausgetauscht. Anschließend klang der Abend unerwartet lebhaft bei live-Musik vor Gletscherkulisse lange nicht aus.
Ein arg ausgeschlagenes Tretlager verschaffte einem weiteren Teilnehmer einen Ruhetag in Aosta mit Besuch der bewährten Bike-Werkstatt. Die anderen schraubten sich auf den Passo Invergneux auf 2900 m, badeten ganz hoch oben in Drachenblut (=eiskalter Bergsee) und glitten, so unbesiegbar geworden, die 1500 Hm epischen glatten Trails Richtung Cogne und nach einer Eis-Pause weiter runter nach Aosta.
Am letzten Tag gings noch auf den nahen Zumba-Trail und nur eine Reparatur-Improvisation eines abgerissenen Schaltwerks verhinderte das Dauer-Abo in der Bike-Werkstatt.
Randvoll mit Eindrücken und Erlebnissen ging es auf die lange Rückreise mit dem festen Vorsatz nach neuen Abenteuern im nächsten Jahr.
Bis dahin bietet die Bergradgruppe der DAV-Sektion Altdorf einfache bis anspruchsvolle Ausfahrten im Altdorfer Land und Alpengebiet mit Fokus auf gemeinsamen Erlebnissen und Freundschaften.

Foto und Text: Jan Kürschner

DAV MTB-Ausfahrten – Neustart

Frühlingszeit ist beste Radelzeit. Auf heimischen Wanderwegen durch zunehmend grüne Wälder und Wiesen zu radeln macht eine Menge Freude – noch mehr, wenn man dabei gemeinsame Erlebnisse teilen kann.
So startete am Sonntagvormittag die Bergradgruppe mit einem Auftakt für Einsteigende, Wiedereinsteigende und allein Fahrende.
Auf einer gemäßigten Dillberg-Runde gings über Feld- und Wald-Wanderwege über die zahlreichen Geländewellen zum Dillberg. Bei gradioser Aussicht über das südwestliche Flachland surften alle wieder in den Wald und dann auf schmalen Trails runter bis nach Schwarzenbach, wo eine gemütliche Terrassen-Einkehr die Tour entschleunigte. Die Wellen über die Dörlbacher Au ins Schwarzachtal und übers Pfaffental endeten auf dem Altdorfer Marktplatz, wo die andere Gruppe von einer anspruchsvollen Ausfahrt bereits wartete.
Die Bergradgruppe der DAV Sektion Altdorf bietet ab sofort wieder niederschwellige Angebote zum Kennenlernen als 3 Stunden Ausfahrten – wechselweise Sa, 14 Uhr in ungeraden Kalenderwochen und So, 9:30 Uhr in geraden Kalenderwochen:
In 2 Gruppen können Einsteiger, Wiedereinsteiger und allein Fahrende Gleichgesinnte finden, radelnd die Natur erleben und dabei Kondition und Fahrtechnik weiterentwickeln.
Unterstützt werden die Gruppen von zwei MTB- Fachübungsleitern, die je nach Bedarf und Situation Fahrtechnik-Tipps geben und anleiten.
Die „blaue Gruppe“ um Ansprechpartnerin Heike Mändl (+49 1525 5911 298) fährt moderates Tempo und Wege. Die Gruppe um Roland Pauly (+49 179 5072 2323) fährt anspruchsvoller.
Gemeinsam ist beiden Gruppen der Start- und Zielpunkt Marktplatzbrunnen und dass keiner unterwegs zurückgelassen wird - das Gemeinschaftserlebnis steht ja im Vordergrund. Als Abschluss besteht Einkehrmöglichkeit mit gemeinsamen Erlebnisaustausch der beiden Gruppen.
Voraussetzung sind lediglich ein funktionsfähiges MTB, ein Radhelm und Freude am Radeln.

Fotos und Text: Jan Kürschner

Bergradgruppe im Dreiländereck

Bergradgruppe unterwegs im Dreiländereck

Die diesjährige Montainbiketour des DAV unter Leitung von Michael Mauer führte in sechs Tagen von Ischgl über die Schweiz und Italien zurück zum Startpunkt. Dabei hatte man nur das Notwendigste im Rucksack dabei. Am Weg zur Heidelberger Hütte überquerte man die Schweizer Grenze. Nach einer langen Schiebepassage zum Fimberpass mit landschaftlich schönen Ausblicken nahmen die Stärkeren der Gruppe die teils verblockten Schottertrails in Angriff, während die anderen auch bergab schoben.

Von Scuol im Unterengadin aus kurbelten am nächsten Tag die drei Frauen und vier Männer Höhenmeter um Höhenmeter durch die herrliche Landschaft hoch nach S-charl und dem Costeinaspass und erreichte mit Einsetzen eines heftigen Gewitters die rettende Einkehr am Ofenpass. Ein flowiger Trail führte von dort aus aus Richtung Buffalora, einer idyllischen Hochebene mit viel Grün, Kühen und schmalen, gut befahrbaren Wegen. Eng am Abgrund entlang im Val Mora ging es bei wieder einsetzendem Regen zum Lago di Cancano ins schön gelegene Rifugio Val Fraele. Dieser Tag schlug mit 1830 Höhenmetern und 53 Kilometern zu Buche. Nach einem ausgiebigen, für italienische Verhältnisse sehr üppigem Frühstück startete man bei kühlen Temperaturen zum Trelapass.  Von dort genoss man bei sonnigem Wetter die lange Abfahrt am für die meisten schönsten Trail der Woche bis nach Livigno. Nach einer gemütlichen Kaffeepause im von Touristen überlaufenen Ort setzte am Weg zum höchsten Pass der Woche, dem 2697 Meter hohen Chaschaunapass, wieder Regen ein. Wind, Nebel und Temperaturen um die vier Grad ließen die gute Laune spürbar sinken, da auch die Abfahrt mit rutschigen Passagen nur von wenigen radelnd gemeistert werden konnte. Doch als der Regen nachließ, besserte sich die Stimmung und die Gruppe fuhr einsam in einem hochgelegenen Flusstal Richtung oberes Inntal nach Zuoz in der Schweiz. Am nächsten Morgen betrug die Temperatur nur mehr ein Grad! Am Inn entlang ging es warm eingepackt bis Susch und von dort knapp 900 Höhenmeter Serpentine um Serpentine hoch zum Flüelapass. Für die zwei versierten Downhiller folgte nun als Höhepunkt die lange, technisch teils sehr schwierige Abfahrt bis Davos. Die anderen wichen für eine flotte Abfahrt streckenweise auf die Straße aus, ehe man gemeinsam zum Schlussspurt zur Jugendherberge in Klosters ansetzte. Um von der Graubünden zurück nach Österreich zu kommen, blieb nur der Weg über das Schlappinerjoch. Durch die Fahrt mit der Gondel wurden zwar einige Höhenmeter gespart. Man fluchte dennoch beim schweißtreibenden Auf- und Abstieg mit Schiebe- und Tragepassagen, wobei die beeindruckenden Ausblicke dafür etwas entschädigten. Im Montafon angelangt ging es am letzten Tag zunächst zum türkisblau schimmernden Kopsstausee und von dort fast 30 Kilometer ständig bergab über Galtür nach Ischgl, von wo aus man die Heimfahrt antrat.

 Nach sechs abenteuerlichen Tagen in abwechslungsreicher Landschaft mit knapp 9000 Höhenmetern und 260 Kilometern Gesamtstrecke war die einhellige Meinung: eine tolle Truppe, die trotz unterschiedlichen Könnens gut harmonierte und das Erlebte noch lange in Erinnerung behalten wird.

 

 

Text: Gisela Schuster

Fotos: Heidi Mauer

Val di Non - Runde

Bergradgruppe des DAV Altdorf unterwegs auf der Tour de Non

Bei herrlichem Wetter machten sich zwei Frauen und fünf Männer der DAV Sektion Altdorf auf den Weg ins Ultental, Um den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten, entschloss man sich, sechs Fahrräder auf einem Auto zu verstauen.

Von Unserer lieben Frau im Walde startete die eigentliche Tour de Non am nächsten Tag.

Nach einem langen Anstieg erreichten wir nach der Felixer Alm und dem idyllisch gelegenen Felixer Weiher den Gipfel des Gantkofel, von dessen schroffer Flanke sich ein gigantischer Ausblick auf das mehrere hundert Meter unter einem liegende Nons- und Etschtal und die umliegenden Berge bot. Ziel des heutigen Tages war nach der Bezwingung des Mendelpasses die wunderschöne Malga Romeno.

Am nächsten Tag ging es schiebend hinauf auf das Dach der Tour, den 2116 Meter hohen Monte Roen, der sich leider am Morgen noch in Nebel verhüllte. Auf teils flowigen, teils ruppigen Trails  und einigen Schiebepassagen hatten wir an diesem Tag eine meistens genussreiche Abfahrt von 1600 Höhenmetern vor uns. Immer wieder eröffneten sich beeindruckende Aussichten auf das Tal der Noce mit ihren pittoresken Dörfern, den unendlichen Apfelplantagen und dem Castel Thun.

Nach einem Speichenbruch und der Reparatur beim italienischen Straßenweltmeister Maurizio Fondriest kurbelten wir am nächsten Tag bei leichtem Nieselregen und angenehmen Temperaturen am Dolomiti di Brenta Trek 1600 Höhenmeter hoch zum Rifugio Peller (2020 m), wo wir mit italienischen Spezialitäten verwöhnt wurden. Dort legten fast alle einen Fahrradruhetag ein und bestiegen den Monte Peller.

Über Cles ging es am darauffolgenden Tag über 1400 Höhenmeter hoch in das idyllisch gelegene Laurein, wo wir eine ausgiebige Pause einlegten. Von dort ging es über Wald- und Wiesenwege an wunderschönen Hochmoorflächen vorbei zur Laureiner Alm und von dort zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour.

Nach sieben abenteuerlichen Tagen in abwechslungsreicher Landschaft mit insgesamt 7800 Höhenmetern und 225 Kilometern Gesamtstrecke war die einhellige Meinung: eine tolle Truppe, die trotz unterschiedlichen Könnens gut harmonierte und vom Erlebten noch lange zehren wird.

Text: Gisela Schuster
Fotos: Heidi Mauer

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