Bergsteigergruppe

Bergsteiger Rückblick

Klettern an der Ehrwalder Sonnenspitze

Klettern an der Ehrwalder Sonnenspitze 2019

Klappe, die Zweite…


… und diesmal hat´s geklappt.
Mittwoch früh 08:00 Uhr am Parkplatz vor der Kletterhalle und der Sonnengott hat es diesmal schon fast zu gut gemeint. Schnell das Gepäck in den Wallenstein-Stuck-Sprinter geladen und los.

Kurz nach elf waren wir an der Talstation der Ehrwalder Almbahn und hatten uns angesichts der Hitze und der großen Rücksäcke auch für deren Benutzung entschieden und uns damit 400 Hm im eigenen Saft erspart. Der Restweg war immer noch lang genug.
Gegen halb drei waren wir auf der Coburger Hütte und bezogen ein ganz kleines 6er Lager unter der Dachschräge. Füße aufstellen in Rückenlage ging deshalb nicht und anders rum hätten vielleicht unsere Nasen schaden genommen.

Plan war eigentlich, am ersten Tag ein bisschen einklettern und am Freitag dann die Tour. Aber der Wetterbericht für Donnerstag war zu schön, also sch….  auf den Plan und gleich früh ging´s über Wiesen und diverse Altschneefelder zur Biberwierer Scharte. Dann den steilen Grashang hoch zum Einstieg. In drei Seilschaften (Elke & Dany, Uschi & Thomas, Heike & ich) den Südgrat der Ehrwalder Sonnenspitze hinauf, die auch oft das „Matterhorn Tirols“ genannt wird. Nach dem Topo 18 Seillängen, viele davon aber Gratschergelände, grasdurchsetzte Schofen, lockeres Zeug und lose Blöcke. Und immer absturzgefährlich!

Die erste und gleichzeitig die Schlüssellänge (V-) hat uns dann auf ihren 35 m schon richtig gefordert und eine ganze Stunde Zeit gekostet. Danach seilfrei über einen grasigen Steilhang zum 2. Aufschwung mit zwei wunderschöne Längen im oberen vierten Grad.
Die folgenden 3 Längen unschönes Schrofengelände haben wir wegen der Ausgesetztheit auch gesichert. Der 3. Aufschwung wirkte aus dieser Entfernung unheimlich glatt, plattig und schwer. Näher dran hab ich dann gedacht „na ja nach vier Metern kommt ne Kurve dann hat sich´s“. Falsch gedacht, volle 30 m anhaltend IV+ mit dem Rucksack, schweißnassen Händen, in der Hitze, in drückenden Kletterschuhen, kurz: Alles was man halt am Alpinklettern so mag – oder auch nicht. Aber dann war´s geschafft, noch zwei leichte Seillängen und die letzten paar Meter fast weglos zum G i p f e l, ganz für uns allein. Brotzeit raus, Gipfelfotos und der Dany hat es sich nicht nehmen lassen noch dem sichelförmigen Gipfelgrat zum Kreuz zu folgen.

Nach kurzer Rast haben wir uns gegen 14:00 Uhr an den langen Abstieg über den Normalweg (II+) gemacht. Im Gipfelbereich mussten wir ein paar Hm weglos absteigen dann wechselweise abklettern, ablassen, abseilen, immer konzentriert, vorsichtig und - schier endlos.
Nach knapp 10 Stunden waren wir alle wieder kaputt aber zufrieden auf der Coburger Hütte und haben einen oder zwei gehoben.

Am nächsten Tag dann etwas gemütlicher, Uschi und Thomas waren an der „Love Story“ (6 Sl 4+) und wir anderen vier in Wechselführung an der „Take it easy“ (6 Sl 4) mit dem luftigen Quergang am Ende. So haben die Mädels ihre ersten „alpinen“ Vorstiege perfekt gemeistert. Die fleißigen waren nachmittags noch im Klettergarten, während ich versucht habe mit meinen Füßen die Fische im Drachensee zu vergiften. (Für Tierfreunde: sind natürlich keine drin). Und man glaubt es nicht, abends gab´s wieder ein super Steak zu essen!

Am Samstag früh haben wir uns mit unserem schweren Gepäck auf den langen Abstieg über den „Hohen Gang“ gemacht, den direkten und steilen Weg zurück zur Talstation. Dabei sind uns Scharen von Leuten begegnet, die im Aufstieg bereits im unteren Teil des Weges bemitleidenswert „platt“ waren. Selber schuld!

Dany und der Wallstein-Stuck-Sprinter haben uns wieder gut nach Franken zurückgebracht. Eine klasse Tour auf einen wunderschönen Berg, allen hat´s gefallen, keiner verletzt, so soll´s sein.

Herbert Herrmann

 

Dolomitenklettern 2018

Klettern in den Dolomiten

(22. bis 29. Juli 2018)

Also - von den Dolomiten kann man nicht genug kriegen! So sagten wir es uns auch dieses Jahr wieder, und - nix wie hin!

Wir, das waren Heike, Sabine, Manuela, Matthias, Gerhard, Klaus, Daniel, Herbert und Wolfgang.

Man sollte nur vielleicht mal den Standort und die Perspektive wechseln. Gedacht - gemacht.
So war unser neues Basislager das Haus „Andrea“, ein altes Bauernhaus im Saum von Cortina D`Ampezzo, gemütlich vom Schreiner veredelt und pfiffig ausgebaut. Der Blick vom Balkon ging auf die Tofana und den Bergzug des Monte Cristallo – berauschend!

Zum Auftakt der Woche gab es Grappa und Nudeln und als Untermalung erklang - auch in unserem Bergbus - regelmäßig und zum Mitsingen das alte Partisanenlied „O Bella ciao, Bella ciao, Bella ciao, ciao, ciao“ von Hannes Wader.

Die Kletterouvertüre war dann am Montag der „GianeloWeg“ (6SL,4) an der Croda Negra hinter dem Paso Giau. Blaubeer- und Nusstorte warteten hinterher als Belohnung auf der Terrasse des Rifugio Fedata.

Dienstag, die Sonne lachte, die Drei Zinnen lockten und wir setzten das Highlight unser Dolomitentage. Wir erkletterten die Große Zinne in zwei Gruppen: die eine meisterte den „Normalweg“ (9 SL empfohlen, Rest am kurzen Seil 4) und vier Mann die „Dibonakante“ (18 SL und eine Abseilstelle 4+). Ein grandioses Erlebnis. Im Radio dazu der passende Song „We feel like in heaven“. Der Tour angemessen abends dann Pizza am Misurinasee.

Mittwochs dann wieder mit “Bella ciao“ über den Paso Giau zum Nuvolau an den Torre Anna und  durch die „Kaminführe“ (4-5 SL 4). Vom Gipfel einmal abseilen und wieder zurück über die Edelweißwiese zum Blaubeerkuchen. Eine echte Genusstour, in jeder Hinsicht.
Abends gab es nun eine ausführliche Kletterkonferenz, denn das Wetter am Donnerstag sollte schlechter werden.

Eine große Tagestour erschien uns zu unsicher und so reagierten wir mit Einseillängenrouten am Klettergarten „Spitzer Stein“ am Kleinen Lagazuoi. Lange Routen bis 6, aber bereit zum spontanen Rückzug.
Es wirkte manchmal schon beklemmend, dort über ehemaligen Schützengräben und Verhauen aus dem Ersten Weltkrieg zu klettern. Ein und derselbe Ort, doch Kriegsnot und Freizeitvergnügen sind nur um hundert Jahre getrennt.
Zurück in unserer glücklichen Jetztzeit. Nachmittags Einkehr mit Schlutzkrapfen, Einkaufsbummel und Eisbecher in Cortina und abends Knotenkunde bei Bier und Wein. So läßt‘s sich sein.

Ein sonniger Freitag lockte uns ans so genannte „Trapez“ (eine Routenauswahl von 5 - 7 SL im 4. bis 5. Grad) am Lagazuoi, gegenüber vom Hexenstein. Hinterher Einkehr in die Valparolastube.

Und auch der Samstag sah uns nochmals als „Trapez“- Künstler am Lagazuoi-Massiv.

Der legendäre Apfelstrudel beim Strobel versüßte den Dolomitenabschied und der Tag klang aus am Misurinasee mit dem klassisch-phantastischen Blick auf die Sorapis-Gruppe. Abschied.

Am Sonntag trug uns der Wallenstein-Stuck-Sprinter staufrei in die fränkische Heimat zurück, während Sabine, Matthias und Daniel noch ein klettertechnisches Sahnehäubchen drauflegten:
Sie erklommen noch die 300m hohe und nur 50 - 60m breite Nadel des „Campanile di Val Montanaia“ (9SL, 5-) in den Friauler Dolomiten.

Respekt!

Wolfgang & Herbert

Ehrwalder Sonnenspitze

Klettern an der Ehrwalder Sonnenspitze

(24. bis 27. Juni 2018)

Gleich mal Vorweg: Für die Überschreitung der Ehrwalder Sonnenspitze hat uns leider die Sonne gefehlt. Geplant war der Aufstieg über den Südgrat (5- Stelle, mehrere Stellen 4+) und Abstieg über den Normalweg (2+).

Aber der Reihe nach:

Nach gemütlicher Anfahrt und beschwerlichem Aufstieg von etwa 3 ½ Stunden von Ehrwald über die Seebene-Alm und -See zur Coburger Hütte (den Lift haben wir natürlich verschmäht) sind wir gegen 15:30 Uhr dort angekommen. Der Rucksack mit dem Gewicht vom Seil und dem ganzen Klettereisen hat so auf´s Gemüt gedrückt, dass wir den Plan nach der Ankunft noch was zu „reißen“ dann einstimmig verworfen haben.

Am Montag hat es dann geregnet, aber wir konnten wenigstens den Einstieg vom Südgrat erkunden. Alles war patschnass aber die ersten Bohrhaken der Tour konnten wir sehen.

Dienstag war das Wetter besser, aber eben nicht gut genug für eine so lange Tour. Also haben wir, die Mädels und ich uns die „Love Story“ (6 SL, 4+) vorgenommen und die Jungs haben derweil ein  „Poker Face“ (7 SL 5+) gemacht. Abwechslungsreiche Kletterei, gebohrte Standplätze und Zwischenhaken aber nicht zu unterschätzen, so dass man schon mal die kalten Hände aus den Taschen nehmen musste.

Nächster Tag, wieder nichts mit Überschreitung. Also haben wir es easy genommen und sind die „Take it easy“ (6 SL 4) geklettert, während die Jungs mit einem „gefräßigen Murmeltier“ (5 SL 5+) gerungen haben. Auch die Take it easy ist bestens abgesichert, hat allerdings einen überraschend luftigen Quergang am Ende. Da hingen die hinteren 5 Buchstaben schon mal schön im Freien.

Die Jungs haben ihr Murmeltier auch niedergekämpft und waren nach einer finessereichen Abseilaktion dann schon vor uns wieder auf der Hütte. Nachmittags haben wir dann noch Hand und Fuß an den Klettergarten gelegt und die Mädels sind mit Vorstiegen im oberen 4. Grad zur Hochform aufgelaufen.

Den Leistungen entsprechend ist auch das Abendessen ausgefallen - ich hab noch nie vorher auf einer Hütte ein Steak gegessen - ein Genuss. Kein Wunder dass es bei der guten Verpflegung und den netten Wirtsleuten fast unmöglich ist, hier Quartier zu bekommen.

Versteht sich von selbst, dass wir da unbedingt wieder hin wollen. Zu tun gibt’s dort noch genug und schließlich hängt ja da noch ein dicker Hering von uns!

Die Mädels:    Heike und Uschi
Die Jungs:      Gerhard und Danny
und:                i c h.

Herbert Herrmann

Dolomitenklettern 2017

„Spiderman und Dolomitensprinter“
(Ein Südtiroler 6-Gänge-Menü, verkostet vom 22.7.-29.7.17)

Man nehme 8 DAV-Kletterer aus Altdorf (Herbert, Heike, Gerhard, Matthias, Sabine, Daniel, Klaus, Wolfgang), packe diese in einen Sprinter (Transporter) von ‚Wallenstein-Stuck’, gönne sich einen (OPEL) Mokka und platziere das ganze Ensemble dekorativ in La Villa im Gadertal zu Füßen des Heilig-Kreuz-Kofels.

So gestaltete sich das Gemeinschaftsunternehmen  als ökologischer Trip mit fast grenzenlosem Platz für Kletter-Geschirr und -Besteck.

Vorbereitend für die Genusstour brauchte es noch nach staufreier, magenschonender Anfahrt über den Brenner einen hemmungslosen Großeinkauf bei Eurospar in Sterzing mit 2 x 2 randvollen Einkaufswagen!

Sodann ließ sich unter erfreulicher Berücksichtigung des stabilen Wetters südlich des Alpenhauptkammes und im Kontrast zum bayerischen Regendesaster eine köstliche „Menüfolge“ gestalten!

  • Aperitif und Basics: Aperol, Moretti, Riegel, Rotwein und Grünzeug
  • Vorspeise: Sonniges Anklettern an West- und Südflanke des kleinen „Falzaregoturms“
  • Suppe mit Wolken und Regen: Sport-Shopping in Corvara und Kolfuschg
  • Einstimmung von Körper und Geist: 11 Seillängen-Tour „En coulisse“ am Col dei Bos (2500m, Schlüsselstelle V+). Da musste man schon mal die Hände aus den Hosentaschen nehmen.
  • Zwischengang:  Techniktag im Klettergarten „Sass di Stria“ am Hexenstein.
  • 1. Hauptspeise/ Königsetappe:  „Daumenkante und Fünffingerspitze“ aus der Langkofelscharte heraus (3000m), quasi Wolfgang’s luftige Geburtstagsrunde als ausgesetzes Topo der Extraklasse!
  • 2. Hauptspeise/Langdistanz-Premiumtour:  14 Seillängen an der Westkante des „Torre Firenze“ (IV+); alle Beteiligten incl. Alpinnovizin Heike zeigten über 11 Stunden beachtliches Kletter- und Stehvermögen!
  • Dessert: Natürlich Kaiserschmarrn und Apfelstrudel beim Strobl, Espresso ja – Hektik nein

Beilage: Kameradschaft und Selbstvertrauen.
Würze: Entschlossenheit und Wetteroptimismus
Abgeschmeckt  wurde täglich in abendlicher Sitzung mit einem Schuss Rotwein und einer gehörigen Portion Kompromissbereitschaft.
Als Geschmacksverbesserer kam wohldosiert die Flexibilität der Beteiligten hinzu.
Eine Einheitssoße wurde durch gewagte Ideen und intensive Diskussionen vermieden.

Entgegen dem Sprichwort „zu viele Köche verderben den Brei“ hatten wir mit den beiden „maitres des montagnes“ - Herbert und Gerhard - zwei exquisite Kenner und Könner der Materie dabei.

Es gab keinerlei Verletzungen oder heikle Zwischenfälle!

Das macht in der Wertung:  4 Sterne, 3 Gipfel, 2 Highlights und eine Menge Spaß.

Allen Beteiligten, besonders Matthias für die Menuevorbereitung dieser grandiosen Bergverkostung, sei herzlich gedankt und wir freuen uns bereits auf neue Südtiroler Aromen im Kletterjahr 2018!

Wolfgang Christl

Dolomitenklettern 2016

Kletterwoche in den Dolomiten (Passo Falzarego) 16. bis 23. Juli 2016

Hollaradi-hoppsassa, hammer ned vui, drong ma ned schwar. Hädd ma z'vui wars ned rar. So bassad's a.

Übersetzung für nicht Franken:

Jodler-hüpfer, haben wir nicht viel, tragen wir nicht schwer. Hätten wir zu viel wäre es nicht rar. So passt es auch.

Mit dieser Einstellung und einem Sack voller hochfliegender Ziele sind wir am Samstag früh in Altdorf-Ziegelhütte mit Wallenstein-Stuck-Tours aufgebrochen um uns nach einem kurzen Stopp in Sterzing zum Lebensmittel fassen weiter bis nach La Villa in Alta Badia durchzustauen. Abends hat es dann gerade noch für einen Spaziergang ins Dorf und eine Runde Cappuccino gereicht.

Aber dann: Sonntag früh ging es in drei Zweierseilschaften an die Westkante des kleinen Falzaregoturmes. Nette Kletterei im IV-ten Grad, ein mal abseilen, durch die Schlucht zwischen großem und kleinem Turm abklettern und zurück zum Einstieg. Die obligatorische Einkehr hinterher beim „da Strobel“ lass ich im weiteren Bericht weg, sonst glaubt man ja, wir wären nur eingekehrt.

Nachdem das Getue mit dem Halbseil am Falzaregoturm noch nicht ganz rund lief, ging es am Montag zu den Cinque Torri und -scho lefts- wie der Franke sagt: Torre Quarta Bassa, Torre Quarta Alta und auf besonderen Wunsch auch noch den Torre Inglese gerissen. Rauf und runter. An einem Tag! So waren wir bestens vorbereitet für die nächste Tour, etwas alpiner, die Punta Alpini.

Ging gleich los mit einem V-er Einstieg, dann IV-er Wandkletterei und eine luftige Traumkante mit einer V- Stelle auf einen völlig übersicherten Grat. Da sind dann „zwei kleine Italiener“ auf uns aufgelaufen, die uns gezeigt haben wie man es nicht machen soll. Der Erste ohne Topf am Kopf, der Zweite vom Sichern so viel Ahnung wie, na ja, - halt keine Ahnung. Wir haben die dann vorbeigelassen, weil wir das Treiben nicht mit ansehen konnten. Der nächste Standplatz musste gebastelt werden, die Schlinge war weg. Und dann dauert´s. Normales Alpinklettern halt, aber der Tag war ja lang. Die letzte Länge III+ ging dann im Schweinsgalopp, es waren ja eh keine Zwischenhaken mehr da. Endlich am Gipfel haben wir uns gar nicht lange aufgehalten und sind gleich zur Abseilstelle durchgerutscht. Der Pessimist sagt: Von nun an geht’s bergab, der Optimist sagt: Huiii. 1 x 60 Meter abseilen, dann Gegratsche bis zum Rand der Schlucht auf den Wanderweg. Den sehr steilen Grashang nochmal mit einer Ablassschaukel überwunden und wir waren wieder wohlbehalten unten.

Am Mittwoch waren wir nochmal mit den Cinque Torri verabredet, da hing noch ein Hering vom Montag. Die Jungs (Klaus, Wolfgang, Daniel und Matthias) wollten unbedingt noch auf den Torre Lusy. Zu viert durch die Nordwand in 6 SL im III-IV Grad. Eine beliebte Kletterroute, was bereits in der ersten Seillänge am Speck zu fühlen war. Weiter dann auf festem Fels in lohnender, schöner Kletterei zum Gipfel. Die Zeit hätte auch gut gepasst, wären sie nicht von einer voraus schleichenden, scheinbar ohne Plan agierenden englischen Dreier-Seilschaft ausgebremst worden.

Ich war mit Sabine derweil auf dem Averau, einem markanten Aussichtsberg, der vom Falzaregopass aus ein bisschen wie eine Faschingsmütze aussieht. Nach dem kurzen, leichten Einstiegs-Klettersteig ging es über ausgetretene Wege zum Gipfel von dem aus man an diesem Tag eine herrliche Fernsicht hatte. Pelmo, Civetta, Marmolada, Sella, sogar die Vajolett-Türme im Rosengarten konnte man erkennen. Und auf die Cinque Torri konnten wir runter sehen, zum runter spucken war´s dann doch zu weit.

Am Donnerstag waren die Wetteraussichten nicht mehr so toll und so haben wir am Vorabend beschlossen, „nur“ den Klettersteig „Via Ferrata Piramide“ (C, Stellen D) am Col dei Bòs zu gehen. Am Einstieg lief´s noch etwas unrund, dann aber umso besser. Nach gut eindreiviertel Stunden waren wir durch. Schnell noch den nichtssagenden Gipfel der Cima Falzarego mit zwei zusammengenagelten Latten als „Krieger-denk-mal“ mitgenommen und dann nach dem Abstieg noch einen Abstecher zum Klettergarten am Hexenstein, wo wir dann prompt nach der dritten Route rausgewaschen wurden.

Abends war der Wetterbericht für den Freitag noch schlechter und wir haben uns nach zähem Ringen auf eine Fahrt zum Langkofel geeinigt. Also rauf aufs Grödner Joch, weiter zum Sellajochhaus und im Kabinenlift rauf zur Langkofelscharte. Vorbei an der Fünffingerspitze mit der Daumenkante, die auch gleich in die Zielliste aufgenommen wurde zur Langkofelhütte. Schnell eins gezischt und weiter rechts rum um den Langkofel. Doch der Regen war schneller. Also Regenklamotten angezogen und weiter ging´s. Kaum hatten wir das Zeug an, war´s schon wieder vorbei. Die später folgende große Brause konnten wir in der Comici Hütte aussitzen und so haben wir auch dieses Mal wieder alles richtig gemacht. Klappt leider nicht immer so...

Abends dann Reste essen und trinken und nach einem positiven Fazit von allen ging´s in die Heija. Am nächsten Morgen dann Frühstücken, Packen und nach einem Anfall von Kaufrausch in Sterzing Non-Stopp weiter zur letzten Hütte...

            ...der Ziegelhütte.

Vielen Dank an...

                                    ...Klaus, für immer neue Sprüche

                                   ...Daniel, von W-S Reisen für unermüdliches Fahren

                                   ...Wolfgang, für gute Seilpartnerschaft

                                   ...Matthias, dafür dass er heuer ganz dabei war

                                   ...Sabine, für klare Anweisungen beim Kochen

                                   ...nicht zuletzt Gerhard, für´s Organisieren

                                   ...Euch alle für eine schöne Dolomitenwoche.

Herbert Herrmann

 

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