Grundkurs Fels 2019

Grundkurs Fels 2019

Zum diesjährigen Einsteigerkurs in die Felskletterei fanden sich sieben abenteuerlustige Frauen und Männer mit unterschiedlicher Erfahrung und Fähigkeiten zusammen. Diesmal hatten wir den besonderen Luxus von einem Betreuer je Seilschaft. Herbert und Gerhard leiteten den Kurs mit sehr viel Gelassenheit und öffneten den Teilnehmern ihren großen Erfahrungsschatz. Matthias und Dany, einigen von uns durch einen Vorstiegskurs bekannt, unterstützten die Teilnehmer ebenfalls mit wertvollen Tipps. Alle Kursteilnehmer waren schon öfter in der Halle geklettert und mit den gängigen Sicherungstechniken dort vertraut, konnten sich aber noch kein Bild davon machen, wie es sich anfühlt draußen in der Natur zu klettern.

Nach den beiden Vorbereitungsabenden in der Kletterhalle freuten sich alle auf das Wochenende an einem anfängertauglichen Fels in der Fränkischen Schweiz. Bei gutem Wetter ist es dort natürlich sehr voll, daher starteten wir schon um 7 Uhr und waren als erste am Wolfstein. Die ersten Stunden hatten wir für uns, danach kamen nach und nach andere Gruppen, teilweise mit weiterer Anfahrt aus dem Münchner Raum. Die Bergwacht wollte ebenfalls mit einer Gruppe Kindern dort klettern, wurde dann aber zu einem Einsatz gerufen. Jeder konnte nach seinen Möglichkeiten auch schon mal schwierigere Stellen ausprobieren. Alle Routen wurden durch die Betreuer sicher vorbereitet. An den einfachen Passagen wurden die gängigen Techniken z.B. zum Um- bzw. Abbauen von bestehenden Routen und zum selbstständigen Abseilen am Felsen geübt. Nach einer kurzen Brotzeit und einem Regenschauer wurden Hilfsmittel zur mobilen Zwischensicherung ausprobiert und besprochen. Die Teilnehmer legten in die Felsstruktur Klemmkeile, Friends und Bandschlingen, die die Betreuer in großer Anzahl und Vielfalt zur Verfügung stellten. Mit geschultem Auge beurteilten Herbert und Gerhard die Tauglichkeit der eingesetzten Zwischensicherungen. Dabei galt das Prinzip „besser eine mittelmäßige Sicherung als gar keine“.

Am Nachmittag zogen weitere Regenwolken auf, so dass wir in Richtung Gasthof Alte Post starteten und dort nach dem Abendessen den Abend gemütlich bei guten Gesprächen ausklingen ließen. Ebenso wurde das selbst gebaute Bohrhakenmodell vorgestellt, bei dem die unterschiedlichen Konstruktionen im Inneren des Felsens betrachtet werden können.

Am nächsten Morgen trauten wir unseren Augen kaum. Es fiel Schneeregen und die Temperatur kühlte auf 4 Grad ab. Damit war klar, ein weiterer Tag am Felsen macht bei dem Wetter keinen Spaß. Wir beschlossen kurzfristig in die Halle nach Altdorf zurückzukehren, um den Kurs im Trockenen weiterzuführen. Dort angekommen, trafen wir auf die Familiengruppe, die ebenfalls aufgrund des schlechten Wetters, ihren Kletterausflug mit Kindern in die Halle verlegten.

Am Ende des Kurses gingen wir gedanklich in den alpinen Bereich über. Matthias und Gerhard zeigten anschaulich eine Mehrseillängentour an der Hallenwand. Reepschnüre bekamen durch Herbert eine völlig neue Bedeutung. Keiner von uns hätte gedacht, dass man sich damit aus einer Gletscherspalte am Seil wieder selbst hochziehen kann.

Der Kurs war für alle Teilnehmer ein besonderes Erlebnis, das die Lust auf das Klettern in der Natur gesteigert hat. Themen zum naturverträglichen Klettern wurden übrigens auch angesprochen. Um die Klettermöglichkeiten in der Fränkischen zu erhalten, können wir uns so verhalten, dass das gute Miteinander mit Anwohnern, Waldbesitzern, Wanderern und Naturschutzbehörden nicht gefährdet wird.

Grundsätzlich gilt jedoch: „Man kann nie genug Schraubkarabiner und Bandschlingen haben“. In diesem Sinne: Einen guten Start in die Freiluftkletterei. Keep on rocking und passt auf euch auf!

Federführend: Thomas Kansy