Skitouren Pfitschtal

21 Jahre Skitouren mit den Freunden aus Wiesen/Pfitsch              

Der DAV Altdorf bietet im Rahmen der Busgemeinschaftsfahrt zum Skifahren auch Skitouren an.
Organisiert von Elke und Roland Linnert waren in diesem Jahr der Zinseler 2422 m und die Wildseespitze 2733 m bei viel Schnee die Ziele. Die Bergfreunde des Südtiroler Alpenvereins SAV Pfitsch/Sterzing begleiten diese Touren seit 21 Jahren. Bereits 1998 führte Willi Eisendle, damaliger 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Pfitsch die Skitourengruppe zum Zinseler. Armin Geyr, jetziger 1. Vorsitzender vom SAV und Gabi Hofer führten in diesem Jahr zur Wildseespitze.

Heuer wurde die Tour zum Zinseler wiederholt. Die Bedingungen dafür waren günstig, reichlich Schnee vorhanden. Mit Taxi und Privat-PKW ließen sich die drei Frauen und sechs Männer vom Graushof in Afens, dem langjährigen Quartier der Skibusfahrt, zum Weiler Gospeneid, dem Start der Skitour fahren. Zuerst ging es auf einem Forstweg zum Gospeneider Bach, dann aufwärts am Bachgraben und bald kam man in freies Gelände. In angenehmer Steigung durch das Hochtal erreichten die Tourengeher nach einer kurzen Steilstufe bei 2300 m den Kamm, von dort flach hinüber zum Gipfelaufbau und zum großen Gipfelkreuz auf 2422 m. Durch seine in das Wipptal vorgeschobene Lage bietet der Zinzeler ein prachtvolles Panorama. Doch der kalte Nordostföhn lies die Gruppe nur kurz am Gipfelkreuz verweilen. Gerne fuhr man wieder ab in die windgeschützte Lage unterhalb der Steilstufe. Hier wurde auch gevespert.

Armin Geyr und Gabi Hofer aus Wiesen holten die Tourengeher am Sonntag vom Graushof ab. Armin hatte am Samstag eine Probetour auf die Wildseespitze unternommen und die Bedingungen für gut empfunden. Die Skitourengruppe fuhr mit Taxi und PKW dann weiter hoch ins Pfitschtal bis hinter Kematen zum Weiler Grube. Hier wurden die Felle aufgezogen und los gings. Nach dem legendären Piepser-Test startete man über freies Gelände, im Schattenbereich durchaus noch frisch. Über eine freie Wald-Schneise steil hoch, exakte Spitzkehren-Technik war angesagt, wurde es den Teilnehmern dann doch schnell warm. Die Tour verläuft vom Pfitschtal aus südseitig 1300m hoch zum Alpenhauptkamm an die Grenze zu Österreich. Das Wetter zeigte sich auch am Sonntag von seiner besten Seite: Sonne pur und dunkelblauer Himmel. Nach der Waldgrenze wird das Gelände erst flacher bis zu einer großen Quermulde unter dem Kamm, bevor es zum Gipfelaufbau hin wieder steiler wird. Der Blick zurück auf die schroffen Pfitscher Berge der gegenüberliegenden Talseite und in das Zentrum der Pfunderer Berge ist beeindruckend. Über die ausgesuchten Tiefschneehänge wedelten die Tourenfahrer begeistert hinunter. Eine kleine Herausforderung bot die schmale Abfahrt in der freien Wald-Schneise. Doch die Belohnung kam gleich. Auf dem freien Gelände wedelte die Gruppe in Formation im Firnschnee elegant hinunter ins Tal.

In den 21 Jahren gemeinsamer Skitouren wurden im Ridnauntal die Zunderspitze, im Ratschingstal die Kleine Kreuzspitze, im Flerschtal die Matratschspitze, im Ratschingstal das Schlotterjoch erklommen, um nur einige Beispiele zu nennen. 21 Jahre – das ist gelebte Partnerschaft mit den Südtiroler Freunden und das ist Nachhaltigkeit. Als Skitourengeher genießen die Altdorfer ihre freundliche, umsichtige Art, ihre Erfahrung im Gelände und in den Bergen und eben die Sicherheit, die sie vermitteln. Die Pfitscher sind in ihrer Art bescheiden. Wüsste man nicht, dass Gabi Hofer mehrere 8000 er bestiegen hat, sie selbst würde es nicht erzählen.

Die freundschaftlichen Kontakte mit Wiesen/Pfitsch bestehen seit 1982. Seit 1983 fährt der DAV Altdorf jedes Jahr zur Skivereinsmeisterschaft, seit 1998 gibt es gemeinsame Skitouren und seit 2010 besteht eine kommunale Partnerschaft zwischen Altdorf und Wiesen/Pfitsch. Initiator war 1982 Konrad Holz, weiterentwickelt durch Uli Reichert und jetzt durch Dr. Volker Güther, alles 1. Vorsitzende des DAV Altdorf. Die Initiatoren des SAV Pfitsch/Sterzing sind Willi Eisendle und Armin Geyr, ebenso 1. Vorsitzende des Südtiroler Alpenvereins. Wir Altdorfer dürfen gemeinsam mit ihnen ihre Heimat kennenlernen und sie geben den einen oder anderen Geheimtipp preis – echte Freunde eben.

Text: Monika Kürschner
Bilder: Monika Kürschner (1), Wolfgang Wening (9)