Hoch hinaus: Heimatwanderung

Diesmal führt der Weg in einen der höchsten Orte Mittelfrankens 

Corona hat einerseits einen verstärkten Wanderboom ausgelöst, andererseits müssen Wanderungen in Gruppen noch gut geplant sein, um den geltenden Bedingungen gerecht zu werden. Auch in diesem Sommer konnte wieder die von dem DAV bereits traditionelle Heimatwanderung  ins Altdorfer Land fortgesetzt werden.

Von dem Ausgangspunkt, dem Edekamarkt an der Unterriedener Straße, ging es auf schattigen Waldwegen vorbei an der 1670 erbauten Stadlersmühle nach Unterrieden. In dieser Mühle wurde bis vor 60 Jahren Getreide gemahlen und im Sägewerk Holz geschnitten. Bereits vor etwa 20 Jahren ist man bemüht, die baufällige Mühle nach und nach wieder aufzubauen. Seit 2014 ist hier ein Bauernhof mit einer zertifizierten Erlebnisbäuerin.

Beim Anstieg auf die Eismannsberger Hochebene konnten sich die Wanderer sehr gut vom Baufortschritt des Umbaus der 1967 erbauten Riedener Talbrücke überzeugen. Für den Güter- und Reiseverkehr spielt diese Autobahnbrücke heute die gleiche Rolle wie im Mittelalter die uralte Handelsstraße zwischen Nürnberg und Prag, welche damals schon durch Riedener Gebiet führte.

Über die Jurahöhe mit ihren zahlreichen Windrädern zur Energiegewinnung kommt dann zu dem 522 m hochgelegenen Eismannsberg. Zunächst ging es zu dem 1726 erbauten Barockschloss, einem der damals drei Herrschaftsgüter, mit dem schönen Portal und dem Wappen des Geschlechts derer von Oelhafen (aus Nördlingen stammend).

Nach der Mittagseinkehr wurde noch ein kurzer Blick in die 1582 errichtete St. Andreaskirche geworfen. Interessant ist die bewegte Geschichte der damals protestantischen Pfarrei in ihrem Bemühen lutherisch in einem calvinistischen Umfeld zu bleiben. Eine entscheidende Rolle hierfür spielte die damalige Schlossbesitzerin Hedwig von Eyb. 

Der Abstieg nach Hagenhausen erfolgte entlang dem Traun- felder Bach, zuletzt auf der geänderten Teilstrecke des Altdorfer Rundwanderwegs 6a. Dankenswerter Weise war der Zugangsschlüssel zur Marienkirche Maria Dolorosa organisiert worden, sodass der Besichtigung der imposanten Chorturmkirche (weil sich der massige Turm im Chor der Kirche erhebt) nichts mehr im Wege stand. Die Kirche gehört zu den ältesten des Altdorfer Landes und wurde 1072 durch Bischof Gundekar II. von Eichstätt geweiht. Sehenswert ist die Innenausstattung: der barocke Altar, die Apostelstatuen und die Pieta aus dem 14. Jhdt. am Hauptaltar, sowie im linken Seitenaltar die Madonna mit dem Kind, das eine silberne Taube hält (ca. 500 Jahre alt).

Die letzte Etappe dieser Rundwanderung nach Altdorf führte durch ein Waldstück, am Städtischen Bauhof vorbei ins Oberpfälzer Wohnviertel. Von hier war es nur noch ein Katzensprung zu dem Ausgangspunkt dieser auch kulturell interessanten Wanderung.