Auf dem Zeidlerweg nach Altdorf

Auf dem Zeidlerweg nach Altdorf - Neustart der Senioren-Wanderungen nach Corona-Lockdown

Die Auswirkungen von Corona auf die für 2020 geplanten Wanderungen waren erheblich. Mit dem Lockdown Mitte März musste nicht nur die geplante Eröffnungsveranstaltung zur Vorstellung der geplanten Touren abgesagt werden, auch die monatlichen Wanderungen selbst wurden Opfer der Pandemie. Die jeweils gültigen Einschränkungen erschwerten eine Durchführung von Seniorenwanderungen wesentlich. Die Richtlinien zur Benutzung der Omnibusse für das Erreichen der Start- und Zielgebiete, das Wandern mit der Maske, sowie die zunächst geltenden Regeln in der Gastronomie führten zu dem Beschluss, die geplanten Vorhaben vorerst auszusetzen und auf Sicht zu fahren.

Die ab etwa Juli eingetretenen Lockerungen ermöglichte auch Gruppenwanderungen mit der Risikogruppe Senioren; sodass mit der für Mitte August geplanten Heimatwanderung „Auf dem Zeidlerweg nach Altdorf“ der Startschuss fiel. Sofern es keine Rückschläge bei der Bekämpfung der Pandemie gibt, sollen jetzt auch die Wanderungen in den weiteren Monaten stattfinden.

Die von dem Wanderführer Helmuth Gatti geplante Tour ist eigentlich eine Rundtour, wobei die erste Etappe per S-Bahn von Altdorf-West (wegen den vorhandenen Parkmöglichkeiten) nach Moosbach stattfindet. Das ursprünglich anvisierte Ziel Feucht wurde deshalb fallen gelassen, da die kürzere Entfernung von der S-Bahnstation Moosbach zum Wald anstelle des längeren Weges durch Feucht hinaus zum Zeidlerweg bevorzugt wurde.

Auf dem schattigen Weg mit der Markierung „Blaupunkt  auf weißem Grund“ geht es hinaus in den Reichswald, der früher aufgrund seiner Lage ein Zentrum der Bienenhaltung und Honiggewinnung war. Von der Bedeutung dieses Berufszweiges kann man sich im Feuchter Zeidelschloss und im Zeidelmuseum in der Pfinzingstraße überzeugen. Am Dreibrüderberg stoßen wir auf den Zeidlerweg mit der Markierung „Blaustrich auf weißem Grund“, dem wir bis Altenthann folgen. Hier treffen wir auf die Trasse des ostbayerischen Jacobsweg mit der „Muschel“. Hoch droben auf dem ehemaligen Burgfelsen thront die Altenthanner St. Veit-Kirche. Bei dem kurzen Besuch der ursprünglichen Nikolauskapelle erfahren wir mehr über die wechselhafte Geschichte der Kirche und der Pfarrgemeinde. Die Kirche wurde nach altem Vorbild renoviert; sehenswert ist im Innenraum ein Glasbild von St. Veit sowie die St. Nikolaus-Holzfigur. Pilger auf dem Jacobsweg können hier auch den begehrten Stempel erhalten.

Nach der Mittagseinkehr im „Weißen Kreuz“ führt der Weg über Wallersberg in einem Hohlweg hinab bis links  ein Pfad  zunächst zur Wolfsschlucht und dann später zur Sophienquelle abbiegt. Die Sophienquelle ist eine der größten barocken Quellfassungen nördlich der Alpen, nach italienischem Vorbild 1724-1726 durch den Nürnberger Patrizier Paumgartner zu Ehren seiner Gemahlin Sophia errichtet. Seit 1937 Naturdenkmal. Auf dem weiteren Weg kommen wir an dem Schloss  Grünsberg vorbei, eine beeindruckende Burganlage aus dem 13. Jhdt. Seit dem 16. Jhdt. wurde das Schloss durch verschiedene Nürnberger Patrizierfamilien zu einem repräsentativen Landsitz ausgebaut. Seit 1806 ist es im Besitz der Familie von Stromer.

Vorbei an der Gaststätte „Zum Postmeister“ führt in der Straßenkurve gegenüber rechts der Weg „Am Doktorsbrunnen“ hinaus in eine landschaftlich reizvolle Rhätsandsteinschlucht, die „Teufelskirche“ oder auch „Teufelsschlucht“. Sie ist seit 1910 als Naturdenkmal ausgewiesen und besticht durch Felsen, quelligen Hängen, tiefen Einschnitten und nicht zuletzt  entsprechend der jeweiligen Jahreszeit mit einem munter sprudelnden Bachlauf oder im Winter mit bizarren Eiszapfengebilden. Starke Regenfälle in der Nacht zuvor hatten  den Weg sehr stark aufgeweicht und rutschig gemacht, sodass er vor allem im ersten Drittel nur schwer passierbar war. Aus diesem Grund entschloss sich die Wandergruppe, den Altdorfer Wanderweg 4 oberhalb der Schlucht zu nehmen. Hierzu folgen wir der Markierung zunächst der Straße folgend in ein kleines Wohngebiet und dann im Wald dem Weg oberhalb der Schlucht mit schönen Ausblicken. Am Ende kann man über einen gut ausgebauten Treppenabstieg  hinunter in den Talgrund, wo normal das Wasser über Felskaskaden hinabstürzt und einen bizarren Schluchteingang bildet.

Wir steigen die Treppen wieder hinauf und folgen weiter  dem Wanderweg 4 zunächst durch schattigen Wald, dann hinaus in Feld und Flur. Hier haben wir einen wunderschönen Ausblick in die Ferne zum Dillberg, nach Prackenfels und hinunter ins Pfaffental, wo einige Wanderer ihre ersten Skierfahrungen hatten. Der weitere Weg nach Altdorf führt zunächst unter der Autobahn hindurch in ein kleines Industriegebiet und dann über die „Rieger“-Kreuzung in die Schulstraße. Nach dem Altdorfer Gymnasium sind es in der Fischbacher Straße nur noch wenige Schritte zur S-Bahn West.

Die Tour wurde abschließend von allen Teilnehmern sehr positiv bewertet. Auch in Coronazeiten und bei heißem Wetter mit Familien ist sie gut machbar.

Tourdaten:   Rundwanderung  auf dem Zeidlerweg nach Altdorf
Strecke: 12,3 km / Dauer: 4:00 h / Aufstieg: 97m / Abstieg: 135 m
Einkehrmöglichkeit: „Weißes Kreuz“ Altenthann , Ochenbrucker Str. 30   Tel. 091838358

Ausführliche Beschreibung unter:

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/auf-dem-zeidlerweg-von-moosbach-s-bahn-nach-altdorf/51456253/