Dem Himmel nah in den Weinbergen am Hermannsberg

Diesmal führten die Wanderungen nach Zell am Ebersberg
Viele kennen die Autobahnunterführung zwischen Bamberg und Schweinfurt und wissen nicht, welch ein schönes Wandergebiet sich dort direkt oberhalb befindet. Auf den Wanderwegen zwischen der imposanten Wallfahrtskirche Maria Limbach und durch die Weinberge am Hermannsberg und bei Zell am Ebersberg fühlt man sich schon bereits nah am Himmel.
Maria Limbach war demnach auch der Ausgangspunkt der diesjährigen Wanderungen der Senioren  des DAV Altdorf. Diese spätbarocke Wallfahrtskirche zu besuchen und zu besichtigen ist schon aus dem Grund Pflicht, da das Gotteshaus nach einer fast fünfjährigen Renovierung gerade vor zwei Wochen fertiggestellt und mit der Altarweihe wieder geöffnet wurde. Der Würzburger Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn hatte 1751 mit dem Bau dieses imposanten Bauwerks ein Gelübde eingelöst, wonach er auf Fürsprache der Muttergottes zu Limbach von einem Hüftleiden geheilt wurde. Es war eines der letzten Bauwerke in Franken des großartigen Baumeister Balthasar Neumann.
Die Wanderer zog es hinaus zum nahegelegenen Spitzberg, dem markanten Aussichtspunkt mit Gipfelkreuz und der imposanten Aussicht auf Maria Limbach, das einmalige Naturschutzgebiet in den Maiauen sowie Sand am Main. Nach dem  Abstieg über Wiesen und der Durchquerung eines kleinen Wäldchens kommt hinüber zu den am steilen Hang gelegenen Weinbergen des Hermannsbergs. Hier wachsen ausgezeichnete Weine mit einer klaren Aromatik und fruchtiger Säure, welches auf die Hangneigung und die Gipskeuperböden zurückzuführen ist. Die sonnigen Tage haben die Winzer bewogen, die eigentlich zum jetzigen Zeitpunkt geplante Weinlese nochmals zu verschieben, um so das Mostgewicht des Traubenmostes (die Öchsle) noch zu steigern. In der Höhe der Weinlage zwischen pittoresken Wengertshäuschen erzeugt eine besondere Atmosphäre, man fühlt sich dem Himmel nah.
Ein kurzer Abstecher zu den in der Nähe liegenden Schilfsandsteinbrüchen ließ die Wanderer erahnen, welche wirtschaftliche Bedeutung im 18. Jhdt. der Abbau des Sandsteins für die Anwohner im nahe gelegenen Sand am Main (da kommt der Name her) hatte. Mit der Überquerung der BAB 70 ging es hinüber in das Waldgebiet am Ebersberg und an der Weinlage „Schlossberg“ vorbei in den Weinbauort Zell am Ebersberg.
Nach der Mittagseinkehr  im „Alten Bach“ war das Ziel Sand am Main. Auf schönen Wanderwegen durch Wald und Flur ging es an den Weinlagen „Himmelsbühl“ und „Am Fischersberg“ vorbei direkt in den Ort. Seit einigen Jahren hat Sand am Main durch vielfach prämierte Weine einen guten Ruf. Der Abbau und die Verarbeitung des Sandsteins für Schleifsteine und Fassadenverkleidungen ist Vergangenheit. Ein noch betriebener Wirtschaftszweig ist hier noch die Korbmacherei, wobei aber heute mehr der Korb- und Rattan- Handel im Vordergrund steht.
Mit einer zünftigen Brotzeit und dem hervorragenden Wein aus der Region fanden die Wanderungen ihren Abschluss. Die einhellige Meinung aller Wanderer war die Feststellung, welch ein  herrliches Wein- und Wandergebiet „oberhalb“ der Autobahn Bamberg – Schweinfurt liegt und man bisher gedankenlos daran vorbeirauscht ist.